Meschede kann mehr

Arroganz oder Unwissenheit?

Leserbrief von Karl-Heinz Kästner zur Situation der städtischen öffentlichen Gebäude nach den Dach-Einstürzen in Kattowitz und Bad Reichenhall.

Nach Aussage von Herrn Temmhoff vom städtischen Fachbereich Zentrale Gebäudebewirtschaftung sind unsere Sporthallen und städtischen Gebäude sicher. Herr Temmhoff und sein Kollege Hubertus Schemme seien beide ausgewiesene Statiker und würden „quasi in Monatsabständen“ bei den Besuch der städtischen Hallen und Gebäuden auch ihren Blick zu den Hallendächern richten.

Dann stellt sich mir die Frage: Wo waren Herr Temmhoff und sein Kollege im Jahr 2005, als in Meschede am 06. Juni 2005 in der Mariengrundschule in Meschede das Dach eines Schulpavillons einbrach? Herr Temmhoff und wir alle können noch heute froh sein, dass sich in diesem Moment keine Kinder in dem Klassenraum befanden. Es hätte aber auch viel schlimmer kommen können.

Oder hatte Herr Temmhoff nur vergessen seinen Blick schweifen zu lassen? Ich frage mich, wie kann ein Statiker eine Aussage machen, der Blick wandere regelmäßig zur Hallendecke. Weiß Herr Temmhoff nicht, wie hoch unsere Sporthallen und Schulgebäude sind. Reicht da ein Blick zur Decke? Sind die Decken nicht teilweise abgehangen und somit kein Blick in die Konstruktion und Beschaffenheit der Dächer möglich? Wie konnte Herr Temmhoff so eine nicht fachmännische Aussage treffen? Wollte er die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Meschede nur beruhigen? Oder versteckt sich in dieser Aussage eine gewisse Selbstübereinschätzung bzw. Arroganz? Oder liegt eine gefährliche Unwissenheit vor?

In einer unserer Nachbarstadt ist man vorsichtiger mit dieser möglichen Gefahr umgegangen. Bei einer eingehenden Untersuchung aller städtischen Gebäude hat man festgestellt, dass in einem Hallenbad ein Träger, der sich über einer abgehangenen Decke befand, auf Grund von Schwitzwasser nicht mehr die notwendige Tragkraft hatte. Der Bereich dieses Hallenbades wurde sofort für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen. Ich hoffe noch, dass man in unserer Stadt in regelmäßigen Abständen alle öffentlichen Gebäude dahingehend fachmännisch untersucht. Kosteneinsparung kann nicht vor der Sicherheit der Bürger gehen.

Anmerkung des Schreibers: Die Pavilllions an der Mariengrundschule stehen heute noch, da kein Geld für den Abbruch und Entsorgung vorhanden ist. Welche Gefahr dieses für die Kinder bedeutet, müsste uns Herr Temmhoff beantworten.

Karl-Heinz Kästner

04. Februar 2006 – 19:12 Uhr Ortsverein Freienohl
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