Meschede kann mehr

Die Ganztagbetreuung muss ausgebaut werden – ohne Gebührenerhöhung

Gemeinsamer Antrag von SPD, UWG und Bündnis 90/Die Grünen.

Die Diskussion um die Finanzierung der Ganztagsbetreuung spaltete den Rat in zwei Lager: CDU und FDP ist die Ganztagsbetreuung ziemlich egal, während SPD, UWG und Grüne sich vehement für die Ganztagsbetreuung und ihre qualitative Verbesserung einsetzen.

SPD, UWG und Grüne haben deshalb in der Ausschusssitzung folgenden Antrag zur qualitativen Verbesserung und Ausweitung der Ganztagsbetreuung gestellt:

Gemeinsamer Antrag von UWG, SPD und Bündnis 90/Die Grünen zur Vorlage VO/7/588

1. Wir stellen den Antrag, die Satzung über die Erhebung der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsgrundschule im Primarbereich nicht in der vorgelegten Form zu ändern und damit die Erhöhung der Elternbeiträge nicht durchzuführen.
Wir beauftragen die Verwaltung, andere Finanzierungsvorschläge für die Deckung der Fehlbeträge aufzuzeigen

2. Wir beantragen darüber hinaus, die Rahmenbedingungen für die Offenen Ganztagschulen (OGS) so zu gestalten, dass die Zahl der teilnehmenden Kinder am Angebot der OGS deutlich erhöht wird. Dazu beauftragen wir die Verwaltung, kurzfristig die Initiative zu ergreifen, um mit den Schulleitungen, Lehrern und Eltern gemeinsam ein tragfähiges Konzept für die Angebote der OGS zu erarbeiten, das neben den bestehenden Angeboten auch Unterrichtsangebote am Nachmittag bietet.

Zur Begründung:

1. Aufgrund der derzeitigen Einkommensstruktur der Eltern von den an den OGS-Angeboten teilnehmenden Kindern wird nach Aussage der Schulleitungen die in der Vorlage vorgeschlagene Beitragserhöhung dazu führen, dass gerade in den einkommensschwachen Gruppen die Erhöhung der Elternbeiträge nicht geleistet werden kann. Die vorgeschlagene Beitragserhöhung hätte damit genau den gegenteiligen Effekt: Es werden keine zusätzlichen Einnahmen zu erzielen sein, da viele Eltern bereits signalisiert haben, dass sie das Angebot dann nicht mehr in Anspruch nehmen können. Damit werden die künftigen Fehlbeträge noch höher ausfallen.

2. Die Akzeptanz der OGS bei den Eltern steht und fällt mit der Qualität der Angebote, die im offenen Ganztag im Primarbereich gemacht werden. Das heißt: Nur die OGS haben einen steigenden Zulauf, die sich intensiv mit der qualitativen Gestaltung der Angebote auseinandergesetzt haben und ihre Konzepte diesen Ansprüchen angepasst haben. Eine auch von Pädagogen und Eltern vielfach geäußerte Äußerung lautet: OGS muss mehr bieten als Mittagessen und Betreuung am Nachmittag.
Die Schulen, die in den Offenen Ganztag zusätzliche Unterrichtsangebote in Form von Förderungsangeboten in unterschiedlichen Bereichen integriert haben, werden auch stärker genutzt. So sind viele Schulen in NRW inzwischen dazu übergegangen, attraktive zusätzliche Unterrichtsangebote am Nachmittag zu bieten. Diese Konzepte haben dazu beigetragen, deutlich mehr Eltern von den Vorzügen der OGS zu überzeugen.
Bei der Erarbeitung der Konzepte soll die Stadt Meschede als Schulträger die Initiative ergreifen und die Schulen auf dem Weg zu qualitativ attraktiven OGS-Angeboten begleiten. Darüber hinaus bietet die Service Agentur des Landes „Ganztägig lernen in NRW“ dazu entsprechende Beratung an. Das Ziel ist es, die Anzahl der teilnehmenden Kinder in den nächsten 5 Jahren auf eine Teilnehmerquote von 50 Prozent zu erhöhen, um so die Finanzierung zu sichern und verlässlich zu gestalten.

Meschede, den 11. Mai 2009

19. Mai 2009 – 19:03 Uhr Ratsfraktion
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