Meschede kann mehr

Eiche war auf einmal weg

Und plötzlich war sie weg… Nicht nur Reinhard Schmidt – auch andere Anwohner waren überrascht, als die alte Eiche am Lanfertsweg plötzlich gefällt war. Erst nach einer offiziellen Anfrage bekam der SPD-Fraktionsvorsitzende den Grund für die Fällung mitgeteilt.

Lesen Sie dazu einen offenen Brief von Reinhard Schmidt, Vorsitzender der SPD-Fraktion, an den Bürgermeister Uli Hess:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

am 05.02.2004 habe ich die Anfrage gestellt, aus welchem Grund die Eiche am Lanfertsweg gegenüber der Sparkasse gefällt worden ist und wer die Verantwortung trägt.

Zum Protokoll der Ratssitzung am 10.02.2004 erhielt ich dann die entsprechende Antwort, die mich – gelinde gesagt – bestürzt. Bereits im September 2003 wurde der Antrag auf Fällung beim HSK gestellt. Am 8. Januar 2004 ging die Genehmigung des Kreises bei der Stadt ein. Anschließend wurde die Eiche gefällt. Als Ratsmitglied und als Fraktionsvorsitzender, der im Lanfertsweg wohnt, habe ich von der ganzen Angelegenheit auch nicht das Geringste erfahren. Ich musste selbst aktiv werden und die o.a. Anfrage stellen, nachdem vollendete Tatsachen geschaffen worden waren.

Wenn ich daran denke wie lange Informationen und Verwaltungsvorlagen in verschiedenen Ausschusssitzungen für die Fällung der Bäume an der Le-Puy-Straße behandelt wurden, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass für den Mescheder Norden andere Gesetze gelten und hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Im Gegensatz zu den Bäumen an der Le-Puy-Straße handelte es sich bei der Eiche am Lanfertsweg um ein Naturdenkmal!

Deswegen ist die Informationspolitik der Stadt nicht nachzuvollziehen, auch wenn die Fällung des Naturdenkmals vielleicht unumgänglich war. Hatte man bestimmte Gründe, die Ratsmitglieder nicht zu informieren? So jedenfalls kann man mit gewählten Ratsmitgliedern, die in der Öffentlichkeit stehen und von den Bürgerinnen und Bürgern angesprochen werden, nicht umgehen. Ich darf Sie bitten insbesondere den Bauhof darauf hinzuweisen, dass die Informationspolitik in Zukunft transparent gestaltet wird, so wie es unser Betrieb Forst beispielhaft vormacht.

Glücklicherweise hat vor Jahren der verstorbene Amecker Künstler Kurt Babeliowsky, von der Eiche am Lanfertsweg begeistert, dieses Naturdenkmal in mehreren Radierungen festgehalten, die sich im Besitz mehrerer Mescheder Bürger befinden.

09. März 2004 – 20:42 Uhr Ratsfraktion
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