Meschede kann mehr

Existenzängste mittelständischer Sägewerke im Sauerland

Mitglieder der SPD Meschede bei der Besichtigung des Sägewerks Schulte in Drasenbeck

Mitglieder der SPD Meschede bei der Besichtigung des Sägewerks Schulte in Drasenbeck

Bei der Besichtigung des Sägewerks Schulte in Drasenbeck konnten sich die Teilnehmer von dem hohen technischen Standard des mittelständischen Betriebs überzeugen. Von der Anlieferung bis zum Abtransport, alles ist perfekt organisiert.

Bei dem Rundgang, viele Teilnehmer waren der Einladung des SPD-Stadtverbandes gefolgt, zeigten Geschäftsführer Markus Schulte und Betriebsleiter Kellermann die verschiedensten Produktionsabläufe auf. Besonders beeindruckte die hochmoderne Trocknungsanlage, denn viel Holz geht in den Export und dort wird trockenes Holz verlangt.

In der sich anschließenden Diskussion, an der auch die SPD-Unterbezirksvorsitzende Birgit Sippel teilnahm, wies Markus Schulte darauf hin, dass sein Betrieb 25 Mitarbeiter beschäftige. Auch die Ausbildungsquote wird völlig erfüllt. Gleichzeitig äußerte Herr Schulte jedoch Befürchtungen, dass durch die Holzvermarktungspraxis nach „Kyrill“, insbesondere durch die Landesregierung und den Landesbetrieb Forst und Holz ab dem Jahr 2009 „eigentlich wettbewerbsfähige regionale Sägewerke in ihrer Existenz gefährdet werden.“

Die qualitative Versorgung der regionalen Sägewerke mit Rundholz seien bis 2009 gesichert. Es bestehen aber große Bedenken, dass in den Folgejahren eine ausreichende Versorgung gewährleistet ist.

Wie bekannt hat die Landesregierung mit internationalen Holzkonzernen umfangreiche vertraglich zugesicherte Mengengarantien abgeschlossen. Dies werde zu einem Verdrängungsprozess in der regionalen Sägeindustrie führen.

Markus Schulte: „Sehr viele Unternehmen müssten ausscheiden, ein steigender Anteil des bereit gestellten Rundholzes müsste außerhalb der Region vermarktet werden. Durch das Ausscheiden eines hohen Anteils der seit Generationen hier ansässigen Sägewerke würden sehr viele Arbeitsplätze vernichtet werden und ursprünglich hier erwirtschaftete Wertschöpfung in andere Teile Deutschlands oder ins Ausland fließen. Da die regionale Forst- und Holzwirtschaft eng in einem Cluster verzahnt ist, würden neben der Sägeindustrie auch weitere Branchen der Holzwirtschaft in ihrer Wettbewerbsfähigkeit geschwächt.“

Aus den Reihen der Teilnehmer wurde außerdem kritisiert, dass etwaige Verluste aus langfristigen Preisvereinbarungen unter Marktpreisen letztendlich der Steuerzahler zu tragen habe. Zum Schluss plädierte Markus Schulte für ein „Umlenken“. Es gehe nicht um Subventionen, sondern um die Belange regionaler Säger und um eine fairen Umgang.“ SPD-Fraktionschef Reinhard Schmidt zeigte sich von dem informativen Nachmittag beeindruckt: „Die heimische Forst- und Holzwirtschaft gemeinsam mit den mittelständischen heimischen Sägewerken müssen an einem Strang ziehen. Zu viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Das Ziel der Nachhaltigkeit liegt in der Region.“

27. April 2007 – 9:35 Uhr Stadtverband
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