Meschede kann mehr

Kulturring seit Jahren von Kürzungen betroffen

Siegfried Lumme

Siegfried Lumme

Stellungnahme der SPD-Fraktion zum Beitrag des Vorsitzenden des Kulturrings Meschede, Herrn Ulrich Hengesbach, vom 18.01.2006 in der Westfälischen Rundschau, Lokalausgabe Meschede.

Aus dem Beitrag von Herrn Hengesbach entnehme ich, dass die finanzielle Situation der Stadt Meschede noch nicht bekannt genug ist. Vielleicht wird sie aber auch nur ignoriert.

Der Rat der Stadt Meschede ist in der Pflicht die riesige Unterdeckung im Haushalt auszugleichen. Dies muss zunächst bei den freiwilligen Leistungen geschehen. Die freiwilligen Leistungen betreffen das Kulturangebot in entscheidender Höhe. Wenn bei einem Gesamtaufwand von 670.000 Euro nicht gekürzt wird, können alle Sparmaßnahmen, welche bisher vereinbart sind, zur Seite gelegt werden. Das Hauptproblem bei den Kosten der Kultur liegt nicht bei den Zuschüssen für die Kulturvereine, die die SPD jedenfalls nicht beschneiden will. Die CDU und die FDP wollen aber bei Ihnen und beim wkm um 50% kürzen! Das Problem liegt in der Vorhaltung der hochdefizitären Stadthalle einerseits sowie in der Bereitstellung von Personal für die Organisation des Kulturbetriebs durch die Stadt Meschede.

Glauben Sie den wirklich, die SPD nimmt die Schließung oder den Verkauf der Stadthalle auf die leichte Schulter?
Aber die Tatsachen sprechen für sich: Insgesamt 330 Tausend Euro beträgt das Defizit der Stadthalle Meschede. Dies ist kein neues Phänomen, es begleitet die Stadthalle von Anfang an.
Für die Organisation des Kulturbetriebs wird bei der Stadt Meschede Personal für ca. 200 tausend Euro bereitgehalten.

Deshalb ist ein Neues Denken erforderlich. Betrachten wir die Angelegenheit doch einmal von einer anderen Warte. Andere nicht minder wichtige gesellschaftliche Felder werden in Gänze ehrenamtlich bestellt. Als Beispiel nenne ich die Sportvereine sowie das Schützenwesen. Dort werden Woche für Woche enorme Summen an Zeit und Arbeitskraft investiert. Nicht mehr verlange ich vom Kulturbereich in dieser Stadt.
Organisieren sie die Kultur in eigener Verantwortung. Kommen sie herunter von ihrem Podest. Mehr als 10 Hallen werden in dieser Stadt zuschussfrei von Ehrenamtlichen unterhalten. Wenn Sie sich diese Menschen zum Vorbild nehmen, dann braucht Ihnen, Herr Hengesbach, nicht bange zu sein um den Kulturbetrieb dieser Stadt.

Wenn dies nicht möglich ist, wenn kein Interesse vorliegen sollte, ja, dann ist der Kulturbetrieb in dieser Form auch nicht nötig, weil wir ihn uns einfach nicht leisten können.

SPD Fraktion im Rat der Stadt Meschede
Siegfried Lumme , 2. stellvertretender Vorsitzender

19. Januar 2006 – 11:16 Uhr Ratsfraktion
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