Meschede kann mehr

Neue Wege in der Kulturförderung

Als Bürger unserer Stadt verfolge ich die Kommunalpolitik auch aus Presseberichten. Die bisherigen Beiträge aus dem Bereich Kultur lösen die Diskussion um Sportstätten wie Hallenbäder Turnhalle und Kunstrasenplätze ab.

Was mich erstaunt ist die Höhe der jährlich aufzuwendenden Summen für den Bereich Kultur Bei immer stärker vorgenommenen Kürzungen im Bereich der freiwilligen Leistungen, verbleibt der Anteil der Kultur noch immer bei 670 tausend Euro. Für mich und vielen Bürger, mit denen ich darüber gesprochen habe, führt dies zu unglaublichem Staunen. Vor dem Hintergrund der letzten Haushalts- und Investitionsdiskussionen besteht in der Bevölkerung kein Verständnis für Tabubereiche.
Unsere Stadthalle, die jährlich einen Zuschuss von 330 tausend Euro verschlingt, hat und führt wesentlich zur Finanzmisere der Stadt bei. Die Organisation von kulturellen Veranstaltungen durfte meines Erachtens auch in der Vergangenheit nicht durch Personalaufwendungen der Stadt erfolgen. Schützenvereine, Gesangsverein, Musikvereine Sportvereine ect. Müssen ihre Veranstaltungen selbstverständlich ohne Unterstützung ausführen. Für hunderte von Kindern und Jugendlichen organisieren ehrenamtlich tätige Mitarbeiter in den Sportvereinen täglich den Spiel- und Trainingsbetrieb. Eine Liste nach Förderungswürdigkeit aufzustellen, ist schwierig und bedeutet Farbe zu bekennen. Sollte dies aber nicht gerade in der jetzigen Haushaltslage vorrangig nach sozialen Schwerpunkten erfolgen?!

Die Frage darf gestellt werden, mit welchem Aufwand fördert unsere Stadt die Schulung wichtiger Dinge, wie Sozialverhalten und unser Sauerländer Brauchtum in den Vereinen?
Könnten die Veranstaltungen des Kulturringes in den hervorragend hergerichteten und unterhaltenen Schützenhallen stattfinden? Kann man Kultur jungen und wirtschaftlich schwächeren Bürgern durch gezielte Vergünstigungen, wie zum Beispiel bei den Eintrittspreisen (Zuschüsse) näher bringen? Müssen wirtschaftlich gut situierte Bürger ihr kulturelles Bedürfnis auch in schlechten Zeiten wie selbstverständlich aus Steuermitteln unterstützt bekommen? Wie wäre es mit einer Zusammenarbeit mit der Stadt Arnsberg, die mit dem Sauerlandtheater direkt vor unsere Tür liegt? Ich glaube die Zeit in der verwaltet wurde, ist vorbei. Von unseren Politikern dürfen wir Ideen erwarten.

In einer der jüngsten Diskussionen im Finanzausschuss und Stadtrat wurde (nach meiner Einschätzung auch für die Zuhörer) von einem Ratsmitglied und Pädagogen darauf hingewiesen, das die Stadt für den Schulsport, aber nicht für den Vereinssport verantwortlich sei. Wenn ein Pädagoge der gymnasialen Oberstufe solch einen, für unsere Jugend und deren Vereine negative aber klarstellende Aussage trifft, dann muss man dies als Beweis einer dramatischen Haushalts- und Verschuldungssituation unserer Stadt anerkennen. Für den jährlich wiederkehrenden Betrag von 670 tausend Euro (einschließlich der 330 tausend Euro für die Stadthalle), kann vieles dringend Notwendige, wie z.B. Schuldenabbau, Schulrenovierung und Sportstättenbau
ect. für unsere Jugend geleistet werden. Wenn man das Ziel verfolgt breite Bevölkerungsschichten für kulturelle Dinge zu interessieren – und an der Arbeit zu beteiligen – können die Mittel hierfür meines Erachtens sinnvoller eingesetzt werden. Jeder Tag länger Stadteigentum bedeutet Hypothekenwachstum zu Lasten unserer Kinder.

Wigbert Hermes

03. Februar 2006 – 12:14 Uhr Ortsverein Meschede
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