Meschede kann mehr

Ortsverein Meschede

Die politische Arbeit der SPD wird in ihren unterschiedlichen Gliederungen organisiert. Der Ortsverein ist dabei die Kernzelle der politischen Organisation der SPD. Wenn von der vielzitierten „Basis“ gesprochen wird, ist damit die politische Arbeit im Ortsverein gemeint. Der Ortsverein Meschede umfasst den Bereich Mescheder Kernstadt sowie die angrenzenden Orte Berghausen, Calle, Enste, Remblinghausen, Stockhausen, Wallen und Wennemen. Die Satzung des Ortsvereins Meschede finden Sie hier.

Vorstandsmitglieder.

Der Vorstand wird in regelmäßigen Abständen gemäß dem Statut der Bundespartei in einer Jahreshauptversammlung des Ortsvereins gewählt. Zu dieser Versammlung werden alle Mitglieder des Ortsvereins eingeladen.

  • Farzaneh Daryani

    Farzaneh Daryani

    Vorsitzende
    Kämpchen 5 59872 Meschede
    0291 9021521
  • Maximilian Bunse

    Maximilian Bunse

    Stellv. Vorsitzender
    Stiftsplatz 6 59872 Meschede
    0171 5529937
  • Stefanie Richter

    Stefanie Richter

    Stellv. Vorsitzende
    Ziegelbrennerweg 15 59872 Meschede
    0291 9087848
  • Stefan Büngener

    Stefan Büngener

    Schriftführer
    Am Bergrücken 16 59872 Meschede
    0291 3263
  • Gerhard Wolf

    Kassierer
    Ittmecker Weg 65 59872 Meschede
  • Dagmar Kovar

    Dagmar Kovar

    Beisitzerin
    Weidenstraße 12 59872 Meschede
    0291 57627
  • N.N.

    Besitzer

Die Geschichte des Ortsvereins.

Eine möglichst lückenlose Chronik der SPD in Meschede ist weiter in Arbeit. Die folgenden Informationen basieren auf der Rede des damaligen Vorsitzenden Reinhard Schmidt zum 50. Jubiläum des Ortsvereins am 28. September 1996. Sie bieten einen interessanten Einblick in die Gründerjahre des Mescheder Ortsvereins.

Wie fing es an in Meschede?
Bislang liegen uns leider noch keine Dokumente der Zeit vor 1945 vor. Fest steht aber, dass es bereits vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten nicht nur sozialdemokratische Umtriebe sondern auch Ratsmitglieder in Meschede gegeben hat. Zu ihnen zählt Franz Hirth, der am 2. April 1955 für 50 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt und zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde. Hirth war vor 1933 Ratsmitglied in Meschede. Aus Erzählungen unseres Genossen Wolfgang Bürger ist bekannt, dass Franz Hirth immer nach den Sitzungen oder unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ von den alten Zeiten berichtete. Es existiert auch ein Foto, das Mescheder Sozialdemokraten im Wahlkampf Anfang der 1930er Jahre zeigt.

Bereits 1945 waren viele Sozialdemokraten bereit, sich am demokratischen Wiederaufbau Deutschlands zu beteiligen – so auch in Meschede. Am 11. November 1945 fand die vorbereitende Versammlung zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei statt. In einem uns vorliegenden Dokument heißt es: „An die Militärregierung: Am Sonntag, den 11. November 1945, nachmittags 14:30 Uhr, fand in der Speisebaracke der Honsel-Werke in Meschede, Schützenstraße, eine vorbereitende Versammlung zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei für den Kreis Meschede statt. Die Teilnehmerzahl betrug etwa 60 Personen.“

Das Hauptreferat hielt damals Franz Klapusch aus Dortmund zum Thema: „Demokratie und demokratischer Wiederaufbau.“ Dem provisorischen Vorstand gehörten u.a. als 1. Vorsitzender Fritz Hülshoff, als 2. Vorsitzender Wilhelm Fröhling  sowie als Beisitzer Gerhard Schreurs an. Der Vorsitzende Hülshoff war gelernter Sattler und Betriebsratsvorsitzender bei den Honsel-Werken. Am Ende der Versammlung trugen sich 25 Personen in die Mitgliederliste der SPD ein. Der Bericht an die Militärregierung endete: „Zu betonen wäre noch, dass die Versammlung ohne irgendwelche Zwischenfälle verlief und in echt sozialdemokratischen Geiste durchgeführt wurde.“

Die eigentliche Gründungsversammlung des Mescheder Ortsvereins fand am 7. Januar 1946 im Lokal Bertram in der Schützenstraße statt. Die Mitgliederversammlung von etwa 25 Personen löste den provisorischen Vorstand ab und wählte Gerhard Schreurs aus Berghausen zum 1. Vorsitzenden. Zu seinem Vertreter wurde Fritz Hülshoff bestimmt. Beisitzer wurden u.a. Franz Hirth und Hans Pregitzer. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass man bereits damals Vorbereitungen traf, die Stadt in sogenannte Reviere einzuteilen und Revierleiter einzusetzen „zwecks Vertretung der Interessen unserer Partei.“

Der Vorsitzende des Mescheder Ortsvereins, Gerhard Schreurs, war ein aktiver, später auch hauptamtlicher Gewerkschafter und brillianter Redner. Schreurs war bis 1933 Betriebsratsvorsitzender eines Chemiekonzerns im Rheinland gewesen und dann als Antifaschist von den Nazis ausgebürgert worden. Als staatenloser tauchte er in Berghausen unter, bis er schließlich von den Briten die deutsche Staatsbürgerschaft zurückerhielt.

Die Ortsvereinsversammlungen im Lokal Bertram fanden fast jeden Monat statt. Dabei sprachen u.a. der spätere Bundestagsabgeordnete Jonny Heide aus Wickede sowie Walter Paul aus Bochum, der später auch kurzzeitig Landrat war. Themen waren der „geistige und wirtschaftliche Neuaufbau Deutschlands“ und organisatorische Fragen.

Bereits am 16. März 1946 zählte der Ortsverein Meschede 68 Mitglieder. In einer Entschließung billigten die Mescheder Sozialdemokraten einstimmig die Auffassung des Parteivorsitzenden Dr. Kurt Schumacher, eine Vereinigung mit der KPD abzulehnen.

Anfang April 1946 hatte der Mescheder Ortsverein bereits 77 Mitglieder. Beschlossen wurden Anträge an den Rat der Stadt Meschede sowie bei der Sparkasse Meschede einen neuen Aufsichtsrat zu wählen: „Da bekannt ist, dass bei der Sparkasse ein Aufsichtsrat fungiert, der noch aus der Nazizeit übernommen wurde. Es ist wohl an der Zeit, dort nach demokratischen Grundsätzen einen neuen Aufsichtsrat zu wählen.“ Zum Thema Sportplatz hieß es: „Es ist allgemein bekannt, dass dem Fußballklub Mescheder der Sportplatz am Klosterberg genommen wurde. Die Fraktion der SPD soll auf der Stadtverordneten-Sitzung den Antrag stellen, für die sportliebende Jugend von Seiten der Stadt einen Sportplatz zur Verfügung zu stellen.“

Bei der Versammlung am 4. Mai 1946 – die Mescheder SPD zählte 87 Mitglieder – ging es u.a. um die Wiedereröffnung der Badeanstalt. Dabei wurde gefordert, dass sich die SPD tatkräftig für die Wiedereröffnung einsetzen solle: „Es werden daher die Stadtverordneten beauftragt, im Stadtrat einzukommen, die Badeanstalt aus dem Beschlagnahmekomplex herauszulösen um sie der Allgemeinheit zuzuführen. Sollte dies nicht möglich sein, so soll versucht werden von Seiten der Partei die Badeanstalt zu übernehmen, sie in Gemeinschaftsarbeit fertigzustellen und sie der sportliebenden Jugend dann zur Verfügung zu stellen.“ Soviel zum Thema „Gemeinsinn“ und „Tatkraft für die Allgemeinheit und der Jugend im Besonderen“ der damaligen Zeit.

Ein großes Ereignis war die von der Mescheder SPD durchgeführte öffentliche Versammlung in der Viehauktionshalle mit Erich Ollenhauer, dem späteren Nachfolger von Kurt Schumacher. Etwa 500 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Der Reinerlös der anschließenden Tanzveranstaltung kam floss Flüchtlingsfürsorge zu.

Ende 1946 zählten die Mescheder Sozialdemokraten bereits 101 Mitglieder und mit Frieda Voigt aus Heggen die erste Frau im Vorstand des Ortsvereins.

In der Jahreshauptversammlung am 3. Januar 1948 wurde der selbstständige Schreinermeister Artur Lammich zu neuen 1. Vorsitzenden des Ortsvereins gewählt. Gerhard Schreurs hatte sein Amt zuvor wegen Arbeitsüberlastung als Kartellvorsitzender des Gewerkschaftsbundes niedergelegt.

Sozialdemokratischer Bürgermeister in Meschede

In der Stadtvertretersitzung am 27. Oktober 1948 wurde Hugo Werner, SPD, zum Stadtbürgermeister gewählt – mit 6 SPD-Stimmen und 4 Zentrum-Stimmen gegen 7 CDU-Stimmen. Seine Wiederwahl erfolgte am 28. Dezember 1949 mit 9 zu 7 Stimmen. Hugo Werner, Geschäftsstellenleiter der Westfälischen Rundschau und Besitzer einer Hühnerfarm am Lanfertsweg war in der Bevölkerung beliebt. Er setzte sich tatkräftig für die Flüchtlinge und den Siedlungsbau ein. Auch die Stadtplanung nahm einen breiten Raum ein. In den Ortsvereinsversammlungen wurde häufig kritisiert, dass die Stadtvertreter nicht anwesend waren. Man müsse ihnen „Dampf machen“, so einige Genossen.

Am 7. Januar 1950 wurde Hans Pregitzer zum neuen Vorsitzenden der Mescheder Sozialdemokraten gewählt. Er setzte sich mit 24 zu 14 Stimmen gegen Willi Müller durch, der schließlich als sein Stellvertreter fungierte. Artur Lammich hatte aus Gründen der Arbeitsüberlastung als Ratsherr und aus geschäftlichen Gründen um seine Ablösung gebeten.

Im Mai 1950 wurden Frieda Voigt und ihr Mann für 25 Jahre Parteimitgliedschaft geehrt: „Bewegten Herzens dankte unsere beliebte Genossin Voigt den Anwesenden und besonders dem Vorsitzenden Pregitzer für die ehrenden Worte. Sie betonte aber auch gleichzeitig, dass die Zugehörigkeit zur SPD scharfe Kämpfe mit dem Umwelt ausgelöst hat, dass sie aber diesen Kampf mit Stolz und Ausdauer gerne geführt hat (…) für sie seien aber die Verhältnisse in Heggen unerträglich geworden.“

Die weitere Arbeit des Ortsvereins erstreckte sich in den nächsten Jahren auf die Kommunalpolitik. Auf überörtlicher Ebene war die Mescheder SPD immer gut vertreten. In jeder Versammlung wurde ausführlich aus dem Rat und von den Parteitagen berichtet. Hans Pregitzer wurde am 13. Januar 1951 wiedergewählt, zu seinem Stellvertreter bestimmten die Genossen Heinz Nölting. Pregitzer amtierte bis 1955. Schriftführer war damals Wolfgang Bürger, der 1954 zum 2. Vorsitzenden gewählt wurde. 1953 referierte Prof. Dr. Karl Schiller bei Baxmann. Im Verlauf der Jahre 1954/55 gab es eine „Regierungskrise“ innerhalb der SPD. Hans Pregitzer wurde scharf kritisiert. Er stellte den Vorsitz zur Verfügung.

Am 5.2.1955 übernahm Kurt Stöß den Vorsitz. Wolfgang Bürger wurde Stellvertreter, Hans-Joachim Basse Schriftführer. Franz Hirth, ehemaliger Stadtvertreter vor 1933, zum damaligen Zeitpunkt 80 Jahre alt,  wurde 1955 Ehrenvorsitzender. Im Protokoll steht:“ Hirth dankte in bewegten Worten und erzählte dann aus seiner Vergangenheit als Stadtvertreter. Er hätte manchen Kampf als sozialdemokratisches Ratsmitglied ausfechten müssen, doch stets habe er sich gesagt: Du bist in die Partei gegangen, also gehst du auch mit ihr durch dick und dünn.“ Kurt Stöß wurde dann nach Wiedenbrück versetzt und legte sein Amt als Vorsitzender nieder. Gerhard Schreurs übernahm kommissarisch bis Januar 1956 den Vorsitz.

Im Januar 1956 wurde dann Josef Bönig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter wieder Wolfgang Bürger. Josef Bönig, gelernter Schmied, Ostpreuße, Honselaner, war ein gradliniger, aufrechter Sozialdemokrat, in Heggen wohnend, Mitglied der Amtsvertretung. 1961 wurde dann Otto Heinemann, später Ratsmitglied und Ortsvereinsvorsitzender in Remblinghausen, zum Kassierer gewählt.

Josef Bönig amtierte bis zum 22.1.1966. Wolfgang Bürger wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1968 übernahm Karl Finke das Amt des 1. Vorsitzenden. Kaspar Schaltenberg wurde sein Stellvertreter. Damit setzte eine Verjüngung in der Führung der SPD Meschede ein. Die Mitgliederzahl steigerte sich wieder.

Nachdem Karl Finke sich beruflich veränderte, übernahm am 5.9. 1970 Rudolf Niggemann den Vorsitz, der bis 1978 amtierte. In diese Zeit fallen die Bundestagswahlen 1972 und ein erheblicher Mitgliederzuwachs der SPD. Wir sehen das auch an den Mitgliedern, die heute für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Die Mitgliederzahl betrug 1972 über 180.

1978 übernahm Heinz Sammet den Vorsitz der Mescheder SPD. Den wohl größten Erfolg hatte die Mescheder SPD 1985, als die Westfalenpost von einem „Erdrutsch“ bei den Landtagswahlen sprach. In vielen Wahlbezirken erreichte die SPD über 50% der Stimmen. In Meschede-Stadt war sie stärkste Partei, in 7 von 12 Wahlbezirken errang sie die Mehrheit. Sammets Nachfolger, Reinhard Schmidt, führte den Mescheder Ortsverein über 20 Jahre lang bis er im Mai 2009 von der neuen Vorsitzenden Gritta Goesmann abgelöst wurde.

Auch im 1975 gegründeten Stadtverband war die Mescheder SPD gut vertreten. Die Vorsitzenden Theo Goesmann, Reinhard Schmidt, Diethelm Weltscheck, Anni Junge, Siegfried Lumme und Kornelius Kuhlmann kommen aus dem Ortsverein Meschede. Dagmar Schmidt, ebenfalls aus dem Ortsverein Meschede, vertrat den Hochsauerlandkreis als Bundestagsabgeordnete von 1994 bis zu ihrem Tod 2005 im Bundestag.

Einige Zitate aus den alten Protokollen:

  • 2. Juli 1949: „Gegen 22.00 Uhr wurde die sehr rege Versammlung mit dem Schlachtruf „Freiheit“ geschlossen.“
  • 6. Januar 1950: „Genosse Pregitzer gab bekannt, daß er 2-3 Musiker unentgeltlich verpflichtet hat, die nach Schluß der Jahreshauptversammlung den Genossen mit ihren Frauen und Angehörigen eine gemütliche Stunde bereiten wollen.“
  • 3. Juli 1954: „Genosse Krüger beschwert sich über die Unsitte, über die Ruhrstraße die Kühe zu treiben.“
  • 5. März 1955: „Die diesjährige Maifeier soll auf Vorschlag des Genossen Stöss in Haus Dortmund stattfinden. Da aber im Haus Dortmund weder geraucht noch Alkohol getrunken werden darf, sollen, wie Genosse Kaiser vorschlug, einige Bierkästen in den nahen Wald gebracht werden.“
  • Hans-Joachim Basse schrieb am 5. Mai 1956: „Für die Mitglieder, die zu faul zum Laufen nach Löttmaringhausen (2 km) waren, stellte Gen. Nölting seinen fahrbaren Untersatz gern zur Verfügung.“

Die Vorsitzenden des Ortsvereins seit 1946:

  • 1946 – 1948: Gerhard Schreurs
  • 1948 – 1950: Artur Lammich
  • 1950 – 1955: Hans Pregitzer
  • 1955 – 1956: Kurt Stöß
  • 1956 – 1966: Josef Bönig
  • 1966 – 1968: Wolfgang Bürger
  • 1968 – 1970: Karl Finke
  • 1970 – 1978: Rudolf Niggemann
  • 1978 – 1988: Heinz Sammet
  • 1988 – 2009: Reinhard Schmidt
  • 2009 – 2009: Gritta Goesmann
  • 2009 – 2012: Daniel Köhne
  • seit 2012: Farzaneh Daryani

Seitenanfang