Meschede kann mehr

Pressemitteilung: Plan B – oder: aus alten Fehlern nichts gelernt?

SPD-Fraktion fordert Alternativen zum Böwingloh’schen Kaufhauskonzept

Meschede. Schon im Wahlkampf forderte Jürgen Lipke, heute Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Meschede den „Plan B“ für die ehemalige Hertie-Immobilie. „Bürgermeister und CDU-Fraktion müssen sich im Klaren darüber sein, dass die Suche nach einem Investor für ein Kaufhauskonzept alla Böwingloh mit gewissen Risiken behaftet ist.“, so Lipke. „Deshalb brauchen wir Alternativen, auf die wir schnell zurückgreifen können. Lange gewartet haben wir schon genug.“ In der Tat: Wer sich die jüngst vollzogenen oder auch angekündigten Ladenschließungen vor Augen führt, kann sich leicht einen Zusammenhang mit dem Leerstand am Winziger Platz ausrechnen. Hat doch die Mescheder Kaufmannschaft selbst seinerzeit beklagt, die Hertie-Schließung entziehe der Stadt Kaufkraft in erheblichem Maße.

Allein mit den eingesparten Mitteln für die Miete der Stadthalle ließe sich der Kauf des restlichen Gebäudeteils, der Verkaufsräume finanzieren. „Und möglicherweise bleibt noch genug für den Abriss des gesamten Gebäudes“, erklärt Fraktionskollege Alfred Brüggemann. „Doch soweit sind wir noch nicht. Vor dem Abriss sollen erst Nutzungsvarianten erarbeitet werden. Und wer weiß, vielleicht kann das Gebäude ja doch genutzt werden?“ Die SPD sieht hier eine hervorragende Gelegenheit für ein Bürgerbeteiligungskonzept. Bürger, Kaufleute, Architekten und potentielle lokale Investoren könnten mit der Stadtverwaltung und nach dem Motto von Stuttgart 21 „Alles auf den Tisch, alle an den Tisch“ Ideen sammeln und alternative Konzepte erarbeiten. Ein entsprechender Antrag soll in der Ratssitzung am 03. März behandelt werden „Das Vorhaben steht aber immer noch unter dem Vorbehalt, dass es sich hier um Plan B handeln soll“, fügt Kornelius Kuhlmann, der Fraktionsgeschäftsführer, hinzu, „schließlich steht derzeit ein Konzept im Raum, dass seine zweite Chance haben soll. – Es sei denn, unseren Bürgern fällt noch etwas Besseres ein…“

Zur Historie:

Seit im Jahre 2009 Hertie die Stadt verlassen hat, steht das Kaufhaus leer. 2010 beschloss der Rat, dem Konzept des Investors Hubert Böwingloh zu folgen und schloss entsprechende Verträge. In den folgenden 5 Jahren ist es dem Investor aber nicht gelungen, einerseits die Ladenmietenzusammenzubringen und andererseits eine solide Finanzierung au die Beine zu stellen. Im Herbst 2015 dann kündigte der Insolvenzverwalter des Kaufhauses den Kaufvertrag. Somit war Herrn Böwingloh jede Basis entzogen, das Projekt zu Ende zu bringen. Ende Oktober kündigte auch die Stadt die Verträge mit dem Investor und sucht seitdem einen Nachfolger für die Umsetzung des Böwingloh-Projekts.

18. Februar 2016 – 20:14 Uhr Stadtverband
Seitenanfang