Meschede kann mehr

Rückbau der Bahnstrecke Wennemen – Schmallenberg hat Vorgeschichte

Reinhard Schmidt

Reinhard Schmidt

Verantwortlich für die endgültige Aufgabe der Strecke ist ein Beschluss der CDU-Ratsfraktion – jetzt schafft die Deutsche Bahn AG Fakten. Lesen Sie den Leserbrief von Reinhard Schmidt, Bürgermeisterkandidat der SPD Meschede, zum Rückbau der Strecke.

„Auch wenn man das Vorgehen der Deutschen Bahn auf der Strecke Wennemen –Schmallenberg, speziell im Ortsbereich Berge auf das Schärfste verurteilen muss, so hat die ganze Angelegenheit doch eine Vorgeschichte. In den Archiven lesen wir häufig von „Hilferufen nach der Eisenbahn“. Bereits 1871 wurde Meschede angeschlossen, 1911 wurde die Strecke Meschede-Finnentrop feierlich eröffnet. Ohne die Eisenbahn hätte das Sauerland und unsere Stadt Meschede eine ganz andere Entwicklung genommen.

Genau 90 Jahre später, am 05.04.2001 fasste der Rat der Stadt Meschede mit der absoluten Mehrheit der CDU den historischen Beschluss, die „Entlassung der Bahnstrecke Wennemen-Schmallenberg aus dem Infrastruktursicherungsvertrag“ vorzunehmen. Jedermann kann im Protokoll der Ratssitzung nachlesen, wer dafür verantwortlich ist, dass diese Strecke endgültig zu Grabe getragen worden ist, denn die Abstimmung erfolgte auf Antrag der SPD-Fraktion namentlich. Liebe Bürgerinnen und Bürger in Berge, fragen Sie Ihren Ratsvertreter und ihre Ratsvertreterin, wie sie abgestimmt haben.

Die Bemühungen der Eisenbahnerfeunde SME, die eine Touristikbahn wollten und etwas für unsere Region, für die Menschen, Straßen und den Tourismus erreichen wollten, waren abgeschmettert worden. Fördermöglichkeiten für eine Touristikbahn wurden nicht ausgeschöpft. Von Weitsichtigkeit in puncto Tourismus war und ist die Ratsmehrheit weit entfernt. Welch eine Chance wurde damals vertan! Der Zug der Zeit wurde verpasst.

Die SPD-Fraktion war immer für den Erhalt der Strecke und hat das Konzept der Fördervereins SME unterstützt. Leider schafft die Deutsche Bahn jetzt auf der Grundlage der damaligen politischen Beschlüsse der CDU-Ratsmehrheit Fakten. Die Verantwortung tragen aber ganz eindeutig die Befürworter der Schließung der Strecke. Aus dieser Verantwortung sollten sie nicht entlassen werden.“

08. August 2004 – 13:21 Uhr Ratsfraktion Stadtverband
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