Meschede kann mehr

Sorge um Zukunft der Kreisstadt

Andreas Bischoff (rechts im Bild) wurde für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Andreas Bischoff (rechts im Bild) wurde für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Viel zu diskutieren gab es auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Mescheder SPD-Ortsvereins. Die Honsel-Insolvenz, die Zukunft der Hertie-Immobilie und die geplante Schließung von Schulen waren die Themen des Abends.

Auf der Tagesordnung stand auch die Ehrung von Mitgliedern. Gemeinsam mit Karsten Rudolph, Vorsitzender der HSK-SPD, bedankte sich der Ortsvereinsvorsitzende Daniel Köhne mit Ehrenabzeichen und einem Buchpräsent bei langjährigen Genossinnen und Genossen. Geehrt wurden Peter Lischeck (40 Jahre) sowie Juliane Wiese, Andreas Bischoff und Norbert Hellhake (jeweils 25 Jahre). Die Sozialdemokraten betonten in diesem Zusammenhang, wie wichtig politisches Engagement sei und verwiesen darauf dass es auch vor Ort immer schwieriger werde, Bürger für Parteipolitik zu gewinnen.

„Unser Hauptproblem ist die abnehmende Bereitschaft sich längerfristig ehrenamtlich zu engagieren – weniger eine allgemeine Politikverdrossenheit“, zeigte sich Köhne überzeugt. Bei den Parteien würden die oftmals aufgeblähten formalen Strukturen zusätzlich abschrecken. In diesem Zusammenhang verwies der Vorsitzende auf den neuen Monatstreff der Mescheder Sozialdemokraten, der völlig ohne Tagesordnung und Satzung auskäme.

Auch die aktuelle Situation bei der Firma Honsel war Gesprächsthema. Die Sozialdemokraten waren sich einig darüber, dass die Lage für die Mitarbeiter zwar schwierig sei, dem Unternehmen aber auch die realistische Möglichkeit für einen Neuanfang biete. Das bestätigte auch Betriebsratmitglied Stefan Büngener. Wichtig sei jetzt, dass ein zuverlässiger und vor allem langfristiger Investor gefunden werde.

Daniel Köhne warb außerdem für den neugegründeten Bürgerbusverein in Meschede, der mit seinem Angebot bereits im neuen Jahr starten wolle und jetzt neben Sponsoren auch auf der Suche nach ehrenamtlichen Fahrern sei.

Die Sozialdemokraten informierten sich auch über den aktuellen Stand der Hertie-Immobilie. Fraktionsgeschäftsführer Bernd Martin betonte, dass man den langjährigen Mietvertrag für die Stadthalle in der SPD-Fraktion weiter für unseriös halte. „Die Haushaltslage der Stadt ist dramatisch. Meschede kann sich die Stadthalle nicht mehr leisten. Jetzt neue millionenschwere finanzielle Verpflichtungen über einen Zeitraum von 20 Jahren einzugehen ist völlig unverantwortlich“, so Martin.

Einen dramatischen Ausblick lieferte Martin zum Thema Schulstandorte. Aufgrund von sinkenden Schülerzahlen seien Schließungen, wie die der Franz-Stahlmecke-Schule, nicht länger vermeidbar. Obwohl diese Situation schon lange vorhersehbar war, weigere sich die Mehrheitsfraktion immer noch im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zu handeln. Dabei könne man für die Zukunft nur so eine optimale Lösung für das gesamte Stadtgebiet garantieren.

Ein schlüssiges Konzept fehlt laut Kreistagsmitglied Reinhard Brüggemann auch für die ärztliche Versorgung in der Region. Es sei absehbar, dass es in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen werde. Man müsse deshalb versuchen, Medizinstudenten über spezielle Förderprogramme frühzeitig an den Hochsauerlandkreis zu binden, so Brüggemann.

Weitere Themen auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung waren u.a. die Mescheder Regionale-Projekte und die geplante Umgehungsstraße zwischen Olpe und Wennemen.

12. November 2010 – 14:32 Uhr Ortsverein Meschede
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