Meschede kann mehr

SPD fordert Denkmalpflegeplan

3 Abrissanträge von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern haben im letzten Jahr für hitzige Diskussionen geführt. Die jeweiligen Eigentümer hatten dabei einerseits die hohen Instandsetzungskosten im Auge, auf der anderen Seite die Nutzungsmöglichkeiten leerer Grundstücke.

„Die Methodik, die Gebäude verfallen zu lassen, bis eine Instandsetzung wirtschaftlich nicht mehr zumutbar ist, darf in der Zukunft keine Anwendung mehr finden“, mahnt jetzt die SPD in Meschede an und hat deshalb in einem Antrag die Erstellung eines Denkmalpflegeplans gefordert. So, wie das auch das Denkmalschutzgesetz im §25 fordert: „(1) Die Gemeinden sollen Denkmalpflegepläne aufstellen und fortschreiben.“ Über alle Bau- und Bodendenkmäler, Denkmalbereiche und Grabungsschutzgebiete soll ein Plan erstellt werden, mit dem der Schutz, die Pflege und die Nutzung von Denkmälern im Rahmen der Stadtentwicklung verwirklicht werden soll. „So soll der Erhalt der 178 verbliebenen Objekte und 12 Denkmalbereiche sichergestellt werden“, so SPD-Geschäftsführer Kornelius Kuhlmann. „Dem Verfall durch Vernachlässigung wollen wir in Zukunft nicht mehr tatenlos zusehen.“ Für die drei Fachwerkbauten in der Innenstadt wird der Plan möglicherweise zu spät kommen. Aber wenigstens die 175 verbleibenden sollen uns dauerhaft erhalten bleiben.

Hintergründe:

Im März hatte der Rat über die Abbruchanträge zu entscheiden: Die Fachwerkgebäude Steinstraße 10 (Bierhaus Koch), Gutenbergstraße 6 und Stiftsplatz 12 waren in solch schlechten Zuständen, dass dem Rat für den Erhalt der Objekte die Argumente ausgingen. Ein Erhalt war „wirtschaftlich nicht zumutbar“. Möglicherweise lässt sich das eine oder andere Objekt noch verkaufen, besser wird es davon aber nicht mehr.

Denkmalschutzgesetz, § 25 Denkmalpflegeplan:

(1) Die Gemeinden sollen Denkmalpflegepläne aufstellen und fortschreiben.

(2) Der Denkmalpflegeplan gibt die Ziele und Erfordernisse des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sowie die Darstellungen und Festsetzungen in der Bauleitplanung nachrichtlich wieder. Er enthält

  1. die Bestandsaufnahme und Analyse des Gebietes der Gemeinde unter siedlungsgeschichtlichen Gesichtspunkten,
  2. die Darstellung der Bau- und Bodendenkmäler, der Denkmalbereiche, der Grabungsschutzgebiete sowie – nachrichtlich – der erhaltenswerten Bausubstanz und
  3. ein Planungs- und Handlungskonzept zur Festlegung der Ziele und Maßnahmen, mit denen der Schutz, die Pflege und die Nutzung von Denkmälern im Rahmen der Stadtentwicklung verwirklicht werden sollen.

19. Juni 2016 – 19:14 Uhr Stadtverband
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