Meschede kann mehr

SPD gegen Bürgerbevormundung in der Schulpolitik

Kornelius Kuhlmann

Kornelius Kuhlmann

Nach dem Bürgermeister haben sich nun auch die Fraktionen von CDU und FDP einseitig für die Sekundarschule ohne Alternative ausgesprochen. Schnell wird die alternative Gesamtschule als zu ideologisch geprägt abgestempelt. „Es ist nicht die Parteinahme für eine Schulform, die uns empört.“ so Kornelius Kuhlmann, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes.

„Es ist das Vorhaben, erst einen Ratsbeschluss herbeizuführen und dann die Eltern zu befragen, ob sie das auch wollen. Auch ein Bürgermeister, der eine Gesamtschule kategorisch ausschließt, untermauert den Eindruck, dass hier eine Rathausentscheidung ohne Bürgerbeteiligung getroffen werden soll.“

Dass es auch anders geht, demonstriert die SPD mit ihrer Ratsvorlage gemeinsam mit der MbZ. Sie fordert, zuerst die Eltern über alle realisierbaren Schulformen zu informieren, um ihnen anschließend in einer Befragung eine echte Wahl zu lassen. Wenn der Elternwille einmal klar formuliert ist, lässt sich auch eine bedarfsgerechte Lösung finden. Für die Schüler.

Die ideologische Prägung, die CDU und FDP der Gesamtschule zugeschrieben haben, fällt wohl eher auf sie selbst zurück. Auf der einen Seite steht die Gesamtschule als jahrzehntelang anerkannte Regelschule in NRW. In Münster ist der Bischof Träger einer Gesamtschule seit 1969. Jahr für Jahr müssen viele Kinder abgewiesen werden. Der Rat der Stadt Brakel hat trotz schwarz-gelber absoluter Mehrheit einstimmig die Einführung einer Gesamtschule beschlossen. Im kommenden Schuljahr wird die Zahl der Gesamtschulen von 225 auf 270 steigen, weil die Eltern das wollen. Auf der anderen Seite stehen die Fraktionen von CDU und FDP, die sich vor Jahresfrist noch „ohne wenn und aber“ für das dreigliedrige Schulsystem ausgesprochen und die Gemeinschaftsschule als Einheitsschule verteufelt haben. Heute, da sie Sekundarschule heißt, soll sie die einzig wahre für Meschede sein. Für Kornelius Kuhlmann sieht so ideologische Prägung aus, man hat wohl Angst vor dem Elternwillen. Oder sollte eine Befragung der Eltern doch vor dem Ratsbeschluss möglich sein?

Es geht schließlich nicht nur um die Schüler der schrumpfenden Hauptschulen. Alle Schüler in Meschede haben Anspruch auf ein Bildungsangebot, das ihren Bedürfnissen und Befähigungen gerecht wird. Für die SPD ist wichtig, dass alle Schüler bis zu ihrem optimalen Abschluss individuell gefördert werden. So etwas kann die Gesamtschule. Auch in Meschede. Und wenn sich alle Betroffenen an einen Tisch setzen, werden auch die Belange des Städtischen Gymnasiums und des Schulstandortes Freienohl Berücksichtigung finden.

10. März 2012 – 16:45 Uhr Stadtverband
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