Meschede kann mehr

SPD will „Lokales Bündnis für Familie“ einrichten

Bundesministerin Renate Schmidt bei der Vorstellung der Initiative “Lokale Bündnisse für Familien” in Köln.

Bundesministerin Renate Schmidt bei der Vorstellung der Initiative “Lokale Bündnisse für Familien” in Köln.

In Meschede setzten sich viele Akteure für mehr Familienfreundlichkeit ein. In Zusammenarbeit mit der Stadt sollen diese Aktivitäten gebündelt werden. Denn von Familienfreundlichkeit profitieren alle: Die Stadt Meschede, die Unternehmen sowie das öffentliche und gesellschaftliche Leben. Die SPD-Fraktion hat daher im Rat der Stadt Meschede einen Antrag zur Einrichtung eines solchen Bündnisses gestellt.

Begründung:

Familie ist die soziale Mitte in unserer Stadt und in der Gesellschaft. Leider erfüllen sich heute immer weniger Menschen ihren Kinderwunsch, da Beruf und Familie nicht in Einklang zu bringen sind. Das muss geändert werden.

In Meschede setzen sich viele Akteure für mehr Familienfreundlichkeit ein. In Zusammenarbeit mit der Stadt sollen diese Aktivitäten gebündelt werden, denn Familienfreundlichkeit beginnt vor Ort!

Von Familienfreundlichkeit profitieren nicht nur die Familien selbst, sondern alle: Die Stadt Meschede, die Unternehmen, das öffentliche und gesellschaftliche Leben.

Viele Beispiele in anderen Städten und Gemeinden in Deutschland zeigen, dass gute Rahmenbedingungen wie bedarfsgerechte Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitsplätze, günstige Wohnbedingungen, ein anregendes kulturelles Umfeld, dafür sorgen, dass eine Stadt nur an Attraktivität gewinnen kann.

Wir wollen mit dem angestrebten „Bündnis für Familie“ erreichen, dass mit den bereits bestehenden Aktivitäten in unserer Stadt, mit den Unternehmen, mit den sozialen Organisationen und allen anderen, die sich vor Ort für Familien einsetzen, ein Signal gesetzt wird für mehr Familienfreundlichkeit – denn Familienfreundlichkeit geht uns alle an.

Nur zwei Beispiele, dass Familienfreundlichkeit unserer Stadt und unseren Unternehmen Gewinn bringen:

– Wenn in einer Stadt gute Rahmenbedingungen vorhanden sind, wenn also die Lebensqualität, wie erwähnt, stimmt, dann spielt die Standortentscheidung für junge Familien eine herausragende Rolle. Junge Eltern entscheiden oft gemeinsam, nicht nur individuell, in ihrem Netzwerk von Freundschaften und Nachbarschaften, ob sie in der Gemeinde verbleiben oder wegziehen. Deswegen müssen wir erkennen, dass Familien einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor darstellen. Abwanderung belastet den Finanzhauhalt unmittelbar.

– Familienfreundliche Maßnahmen rechnen sich für Unternehmen. Sie reduzieren die Kosten und bringen Wettbewerbsvorteile mit sich. Dies sind bewiesene harte betriebswirtschaftliche Argumente für mehr Familienfreundlichkeit.

Im Online-Handbuch des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend heißt es u.a.: „Von einer besseren Balance von Familie und Arbeitswelt profitieren alle:

A) die Unternehmen, denen eine familienorientierte Personalpolitik Wettbewerbsvorteile und Kosteneinsparungen bringt,

B) die Familien, denn sie werden bei der Koordination von Berufs- und Privatleben entlastet (u.a. durch Beratungsangebote für Eltern, Kontakthalte- und Wiedereinstiegsprogramme für Beschäftigte in Elternzeit, Teilzeitangebote, Arbeitszeitflexibilität und – souveränität für Eltern, Telearbeit für Beschäftigte in Elternzeit, betriebliche und bzw. betrieblich unterstützte Kinderbetreuung),

C) der Staat, wenn er durch eine höhere Erwerbsbeteiligung Steuern und Sozialabgaben einnimmt.“

Wir versprechen uns gerade durch die Mitsprache und aktive Beteiligung der Familien beim „Bündnis für Familie“ Ergebnisse, die dem Gemeinwesen zugute kommen, denn Familien praktizieren Zielgenauigkeit, Bedarfsgerechtigkeit und vor allem Kostenbewusstsein, weil Familien in der Regel pragmatisch und kostenbewusst denken (müssen), und dieses auch einbringen.

Familienfreundlichkeit muss ein Markenzeichen der Stadt Meschede werden.

Viele Hilfen, viele gute Beispiele finden wir im eigens eingerichteten Servicebüro beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das ab Januar 2004 bis Ende 2006 kostenlose Beratung beim Aufbau von Bündnissen sowie Unterstützung laufender Arbeitsprozesse bietet.

Zum Hintergrund:

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, hat am 8. Januar 2004 mit dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, und dem Oberbürgermeister von Köln, Fritz Schramma, die Initiative „Lokale Bündnisse für Familien“ vorgestellt.

Im Kuratorium, das in die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche hineinwirkt, machen sich prominente Persönlichkeiten für die Idee des Lokalen Bündnisses für Familie stark. Dem Kuratorium gehören an: Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Dieter Philipp, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. Manfred Ragati, Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Dr. Albin Nees, Präsident des Deutschen Familienverbandes, Dr. Michael Endres, Vorstandvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung sowie die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister der Städte Köln, Leipzig, Nürnberg, Heidelberg, Fulda und Offenburg: Fritz Schramma, Wolfgang Tiefensee, Dr. Ulrich Maly, Beate Weber, Gerhard Möller und Edith Schreiner.

14. Januar 2004 – 10:03 Uhr Ratsfraktion
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