Meschede kann mehr

Stellungnahme der Jusos zur Kritik an Umfrage

In einem Leserbrief, erschienen am 29. Dezember 2001 in der Westfalenpost Meschede, kritisiert Pastor Ludger Hojenski die Umfrage der Jusos zum Freizeitangebot für Jugendliche in Meschede. Zu den in dem Leserbrief von Herrn Hojenski gemachten Vorwürfen nehmen die Jusos nun öffentlich Stellung.

Die Stellungnahme der Jusos im Wortlaut:

Zunächst einmal möchten wir betonen, dass wir uns jeglicher Art von Kritik, egal ob positiv oder negativ, gerne stellen. Es gibt nur eine faire Bedingung, die Kritik sollte konstruktiv sein, und nicht so, wie wir sie unlängst einem Leserbrief von Pastor Ludger Hojenski entnehmen konnten.

Darin wird uns vorgeworfen, dass unsere Ergebnisse „undifferenziert und oberflächlich“ seien, wir würden „sehr gute Arbeit“ kritisieren. Eindeutig haben wir daraufhingewiesen, dass unsere Ergebnisse nicht repräsentativ sind, sondern lediglich die Meinungen 85 Jugendlicher darstellen. Herr Hojenski spricht dagegen davon, dass „solche Umfragen schaden, weil sie […] ins schlechte Licht rücken“ würden. Die bestehenden Einrichtungen oder ihre Arbeit zu kritisieren liegt den Jusos schon deshalb fern, weil wir seit langem mit dem Rockcafe, einer der in Meschede vorhandenen jugendpädagogischen Einrichtungen, zusammenarbeiten, und daher aus eigener Erfahrung wissen, dass dort wie auch in ähnlichen Projekten gute Arbeit geleistet wird.

Daraufhin auf ein Projekt „Super Klasse 5“ der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt hinzuweisen, ist für uns ein Ärgernis. Schließlich ging es in unserer Umfrage um die Freizeitwünsche Jugendlicher in Meschede, und nicht etwa um Fünftklässler.

Weiter lesen wir, dass wir „in ein und derselben Umfrage konsumorientiertes Freizeitverhalten (Einkauf/Kino/Disco) und freizeitpädagogische Unterstützung“ nicht einfach miteinander verknüpfen dürften. Dazu möchten wir Herrn Hojenski ernsthaft fragen, wie er eine erfolgreiche jugendpädagogische Unterstützung leisten will, ohne auf das konsumorientierte Freizeitverhalten der Jugendlichen einzugehen? Beide Bereiche können in einer Umfrage, in der es um die Zufriedenheit der Mescheder Jugendlichen geht, niemals einzeln betrachtet werden.

Dass Pastor Hojenski die Jusos auffordert, erst einmal selbst aktiv zu werden, ist für uns unverständlich. Immerhin haben wir mit unserer Umfrage einen ersten Schritt getan, außerdem haben wir mit der Veröffentlichung der Umfrage-Ergebnisse gleichzeitig konkrete Vorschläge für zusätzliche Freizeitangebote in Meschede gemacht. Dass es letztendlich weniger in unserer Hand liegt, diese umzusetzen, dürfte jedem klar sein.

Leserbrief von Pastor Ludger Hojenski aus der Westfalenpost Meschede vom 29. Dezember 2001:

Jusos: „Darstellung der Ergebnisse undifferenziert und oberflächlich“

Die Jusos haben eine Umfrage zum Freizeitangebot Meschedes gemacht. Deutlich wiesen sie daraufhin, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ sind. Trotzdem empfinde ich die Ergebnisdarstellung in Teilen als undifferenziert und oberflächlich.

Die Kathl. Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt unterhält als Träger seit mehr als 40 Jahren das Haus der Offenen Tür. Drei ausgebildete Pädagogen arbeiten dort. Sie leisten sehr gute Arbeit. Die „mangelhafte und teilweise veralterte Ausstattung“ zu kritisieren ist für mich ein Ärgernis. Wenn das 14 Prozent von 85 Jugendlichen sagen, sind das 11,9 Jugendliche…

Solche Umfragen schaden, weil sie verkürzen und ins schlechte Licht rücken, was auch deutlich andere Seiten hat! Wenn ich als Trägervertreter des Kirchenvorstandes aber die gut 250 Kinder frage, die alljährlich am Projekt „Super Klasse 5“ unserer Einrichtung teilhaben, höre ich von Schülern, Eltern und Lehrern ganz andere, nämlich durchaus positive Rückmeldungen. Im übrigen haben wir gerade erst im letzten Jahr für mehrere 10 000 Mark aus Eigenmitteln den Saal neu mit Tischen und Stühlen ausgestattet. Wenn in ein und derselben Umfrage konsumorientiertes Freizeitverhalten (Einkauf/Kino/Disco) und freizeitpädagogische Unterstützung dargestellt werden, muss auch deutlich unterschieden werden. An fünf tagen in der Woche wird gerade der Treffpunktbereich unserer Einrichtung gut angenommen. Hinzu kommen Mädchentreff, Kindertreff, Aktionstage und weiteres Programm.

Seit vielen Jahren kooperieren wir als Kirchengemeinde und Träger in guter Weise mit dem HSK und vor allem mit der Stadt Meschede. Dadurch, dass uns letztere seit langem (auch finanziell) unterstützt, leistet sie hier bereits einen deutlich sichtbaren Beitrag. Vertreter der Stadt des Kreise und aller politischen Parteien werden in einem so genannten „großen Kuratorium“ ca alle 1 1/2 Jahre über unsere Arbeit und Einrichtung informiert und machen sich selbst ein Bild davon.

Abschließend frage ich mich, wie eine jugendpolitische Organisation wie die Jusos es sich leisten kann, zwar einen Forderungskatalog aufzustellen, aber nicht deutlich zu machen, wo sie selbst Chancen sieht initiativ zu werden! Ich lade die Jusos und andere Interessierte gerne ein am offenen Kamin der OT in ein ebenso offenes Gespräch darüber zu treten.

08. Januar 2002 – 16:42 Uhr Jusos
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