Meschede kann mehr

Unkonventionelle Gasförderung durch „Hydraulic Fracturing“ in Meschede

Der Energiekonzern Wintershall plant im Hochsauerland Gas aus Schiefergestein zu gewinnen. Auch im Mescheder Stadtgebiet sind dazu bereits im Sommer 2010 „Claims“ abgesteckt worden. Möglich wird der Abbau durch „Hydraulic Fracturing“, auch Fracking genannt. Eine Technik der unkonventionellen Gasförderung, die mit erheblichen Risiken verbunden ist. Deshalb hat die SPD-Fraktion zu diesem Thema nun einen Antrag an den Stadtrat gerichtet.

Der Antrag im Wortlaut:

Unkonventionelle Gasförderung durch „Hydraulic Fracturing“ in Meschede

Der Rat der Stadt Meschede beschließt, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, die Bürgerinnen und Bürger in Form einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die Methode und insbesondere die Risiken der unkonventionellen Gasförderung durch „Hydraulic Fracturing“ zeitnah, umfassend und unabhängig aufzuklären.

Der Rat spricht sich für ein Moratorium aus, das mindestens solange gilt, bis die Ergebnisse der vom Bundesumweltminister und vom Land Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebrachten Studien zum Thema vorliegen.

In diesem Zusammenhang fordern wir die Vertreter der Stadt Meschede in den Gremien der HochsauerlandWasser GmbH und der HochsauerlandEnergie GmbH auf, keine Planungen oder Aktivitäten zum Thema „Hydraulic Fracturing“ zu ergreifen.

Darüber hinaus setzt sich der Rat der Stadt Meschede für eine Änderung des Bergrechts ein, durch die den Kommunen und Bürgern ein größeres Mitspracherecht beim Thema „Hydraulic Fracturing“ eingeräumt wird sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Vorfeld einer möglichen Förderung zwingend vorschreibt.

Die Aufrechterhaltung unserer hervorragenden Trinkwasserqualität ist für den Rat der Stadt Meschede ein hohes Gut, das auch in Zukunft die Lebensqualität in unserer Stadt gewährleisten soll. Eine Methode der Gasförderung, die eine Beeinträchtigung unseres Trinkwassers verursacht oder auch nur riskiert, ist für uns nicht akzeptabel.

Unser Trinkwasser, die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger und unsere Umwelt sind zu wertvoll, um sie dieser Gefahr auszusetzen.

Begründung:

Beim sogenannten „Hydraulic Fracturing“ werden Millionen Liter von Wasser, versetzt mit Tonnen – teils hochgiftiger – Chemikalien unter hohem Druck in den Boden gepresst um dadurch zuvor gebundenes Gas entweichen zu lassen.

Zahlreiche Beispiele aus den USA, wo diese Methode der unkonventionellen Gasförderung seit Jahren betrieben wird, belegen, dass „Hydraulic Fracturing“ mit hohen Risiken für Menschen und Umwelt verbunden ist.

Zu den Problemen und Risiken zählen beispielsweise:

  • die Belastung des Trinkwassers durch Benzol, Xylol, Ethylbenzol und die Freisetzung von radioaktiven Isotopen und Schwermetallen
  • der enorme Landschaftsverbrauch
  • steigende Luftemissionen durch Methan und Benzol
  • die ungeklärte Lagerung des Frackwassers
  • die Lärmbelästigung durch die Förderung und die dafür erforderlichen Infrastrukturen
  • das Risiko sogenannter „Blow-Outs“ (Bohrlochausbrüche)
  • der Verbleib von toxischer Frackflüssigkeit im Erdreich

Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die fördernden Unternehmen über die oben genannten Risiken und Probleme oft nicht oder nur unzureichend aufklären.

17. November 2011 – 14:02 Uhr Ratsfraktion
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