Meschede kann mehr

Wahlprogramm 2020 SPD Meschede

Am 04.08.20 wurde das Wahlprogramm der SPD Meschede der Presse vorgestellt. Wir werden ab sofort mit diesem Programm auf die Straße gehen und Wahlkampf machen.

 

Inhaltsverzeichnis:
Lust auf Zukunft

1. Gut Leben in Meschede
1.1 Sicherheit und Sauberkeit
1.2 Brand-, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz
1.3 Ehrenamt
1.4 Integration
1.5 Gesundheitsvorsorge
1.6 Kultur
1.7 Sport

2. Gut Wohnen in Meschede
2.1 Bezahlbarer Wohnraum / bezahlbare Wohnraumflächen
2.2 Energie und Klima
2.3 Digitalisierung
2.4 Kita und Schule
2.5 Soziale Einrichtungen
2.6 Mobilität
2.7 Barrierefreiheit

3. Gut Arbeiten in Meschede
3.1 Attraktive Arbeitsplätze im Gewerbe
3.2 Attraktive Arbeitsplätze im Handel
3.3 Attraktive Arbeitsplätze in Gastronomie und Tourismus

Fazit

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Lust auf Zukunft

Präambel:
Die SPD in Meschede hat ein Leitbild der Sozialpolitik für die Bürger. Das ist praktizierte Solidarität zwischen Jungen und Alten, Gesunden und Kranken, Nichtbehinderten und Behinderten, Beschäftigten und Arbeitslosen, wirtschaftlich Starken und von Armut betroffenen Menschen. Armut in Familien bedeutet immer auch zweierlei: Kinderarmut mit schlechteren Bildungschancen und Armut in der
nächsten Generation.
Unsere Ziele sind die Förderung Aller. Ob jung, alt mit oder ohne Handicap oder mit
Migrationshintergrund oder ohne. Im Einklang mit Sicherheit, sozialem Wohlfühlen und schonendem Ressourcenverbrauch unter der Überschrift:

Gut Leben – Wohnen – Arbeiten in Meschede

 

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1. Gut Leben in Meschede

1.1 Sicherheit und Sauberkeit
In den letzten Jahren sind in Meschede und in den Dörfern viele Flächen umgestaltet worden und haben die Ortsbilder nachhaltig positiv verändert. Allerdings nehmen leider
Verunreinigungen und Vandalismus zurzeit stetig zu. Wir stellen uns eine Kooperation aus Ordnungsamt, Vereinen und Bürgern vor, zur Erstellung eines Konzepts. Ziel ist es, Verunreinigungen, Belästigungen, Vandalismus und Graffiti-Beschädigungen zu vermeiden, zu beseitigen und auch zu ahnden. Darüber hinaus möchten wir die Pflege unserer bestehenden Anlagen deutlich intensivieren. Dadurch wollen wir den Wohlfühlcharakter in Meschede und den Dörfern sicherstellen.
Für die Sicherheit in der Stadt und den Dörfern, werden wir Ansprechpartner benennen und Maßnahmen mit Ordnungsamt und Polizei gemeinsam ergreifen.

1.2 Brand-, Katastrophen- und Bevölkerungsschutz

Die freiwillige Feuerwehr und die Hilfsorganisationen in Meschede tragen durch ihr
außerordentliches Engagement, ihre Leistungsbereitschaft und ihren überdurchschnittlichen Ausbildungsstand das ehrenamtliche Feuerwehrwesen. Mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern hat Meschede einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht, den vielfältigen. Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Über den Brandschutzbedarfsplan hinaus, müssen wir uns mit einem Konzept „Feuerwehr und Rettungsverbund der Zukunft“ mit den langfristigen Anforderungen, Aufgaben und zukunftsfähiger Ausstattung im Feuerwehr- und Rettungswesen auseinandersetzen. Die SPD steht hierbei fest an der Seite der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen und wird sich für eine bestmögliche Ausbildung und Ausstattung der Einsatzkräfte einsetzen.

1.3 Ehrenamt

Die SPD Meschede unterstützt uneingeschränkt das ehrenamtliche Engagement in Meschede, sei es in kulturellen oder sozialen Bereichen oder dem Sport. Dem Dank für diesen Einsatz gilt es Ausdruck zu verleihen, denn das ist nicht selbstverständlich. Viele ehrenamtliche Tätigkeiten nehmen wir aber auch als Mahnung. Viele Bürger werden oft in sozialen Bereichen ehrenamtlich tätig, weil sie Versäumnisse der Behörden sehen. Das ist für Sozialdemokraten immer ein Anreiz, solche Aufgaben in die Verwaltung zu holen und zu verstetigen. Das wollen wir auch in Meschede so halten.
Mit dem Feuerwehrdienstausweis und den Vergünstigungen haben wir eine Anerkennung für die Einsatzbereitschaft implementiert. Diese Vorteile gilt es auszubauen und auf alle Hilfsdienste zu übertragen, denn DRK und THW sind zuverlässige Partner im Alarmierungsverbund.
Das Ehrenamt ist auch das Rückgrat der Kinder- und Jugendarbeit, es verdient daher maximale städtische Unterstützung. Daher nehmen wir uns die folgenden Themen für die kommende Ratsperiode vor:
● Aktive Unterstützung und Beratung ehrenamtlicher Jugendarbeit durch den entsprechenden Fachbereich insbesondere bei der Nachwuchsgewinnung, der Fördermittelgenerierung
● Schaffung von Vergünstigungen für Jugendleiter bei städtischen Angeboten
(Schwimmbad, Stadtbücherei, etc.) und im Einvernehmen mit der Mescheder Wirtschaft auch darüber hinaus
● Bereitstellung einer Versicherung für Vorstände von ehrenamtlichen Jugendvereinen,
um Freiwillige rechtlich und haftungstechnisch abzusichern
● Zentrale Organisation von Fortbildungsangebote für Jugendleiter und Vereinsvorstände
● Schaffung eines „Familien- & Jugendkompasses“, in dem Aktionen, Einrichtungen der Jugendhilfe und das ehrenamtliche Angebot gebündelt werden.

1.4 Integration
Entwicklung und Förderung der Integration der Mitmenschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und unterschiedlichen Glaubens ist einer der Grundsätze der sozialdemokratischen Idee. Jede ernst gemeinte gute Initiative, die dazu beiträgt, die in Meschede lebenden Bürger mit Migrationshintergrund in das politische, gesellschaftliche als auch kulturelle Gemeinschaftsleben einzubeziehen, kann mit unserer Unterstützung rechnen. Fremdenhass, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit haben in unserem Meschede keinen Platz!
Der Wirtschafts- und Industriestandort Meschede ist für Arbeitnehmer aus dem In- und
Ausland reizvoll. Wir schaffen Strukturen, die eine gesellschaftliche Integration aller
Zuwanderer ermöglicht und erleichtert. Sprachbarrieren müssen schneller überwunden und Flüchtlingen muss in verständlicher Weise beim Zugang zum Arbeitsmarkt geholfen werden.
Hierbei setzen wir auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen.

1.5 Gesundheitsvorsorge
Wir sehen nach wie vor den akuten Bedarf an einer Notfallpraxis in Meschede und werden uns aktiv dafür einsetzen. Denn krank sind doch überwiegend unsere älteren und schwächeren Mitbürger. Derzeit sollen sie Praxen in Warstein, Sundern oder Arnsberg aufsuchen. Wir halten das für unzumutbar, zumal der Notdienst der Apotheken nicht immer am selben Standort ist, sondern oftmals in anderen Kommunen aufzusuchen ist. Daher wird es unser Bestreben sein, eine hausärztliche Notfallpraxis mit einhergehender Notdienstapotheke für Meschede zu
etablieren.
Seit geraumer Zeit beobachten wir das schleichende Wegbrechen der medizinischen
Versorgung. Wir werden uns für die Einrichtung weiterer medizinischer Versorgungszentren stark machen und dafür, dass der Mescheder Standort im Verbund des Klinikums Hochsauerland gestärkt und bedarfsgerecht ausgebaut wird.

1.6 Kultur
Als zentrale Kulturstätte in Meschede ist uns die Stadthalle erhalten geblieben. Stadtmarketing und der Fachbereich Kultur bemühen sich um ein ausgewogenes und attraktives Angebotsportfolio, zwischen heimischen und überregionalen Angeboten. Allerdings darf die Kultur in Meschede nicht unter der Dauer-Subventionierung der Stadthalle leiden. Deshalb ist ein Kulturkonzept der Vielfalt mit Sicherheit der richtige Einstieg für erfolgreiche Kulturarbeit.
Nachwuchskünstler, Musik- sowie Gesangsvereine und freiwillig kulturell engagierte Bürger werden wir unterstützen, um hier der Stadt Meschede ein vielfältiges kulturelles Gesicht zu geben. Zahlreiche Veranstaltungsstätten in städtischer oder vereinsgebundener Trägerschaft bieten hier hervorragende Möglichkeiten, die es zu unterstützen gilt. Genau wie im Sportbereich gilt es bei der Kultur nach einem festen Konzept vorzugehen und zu fördern.
Insbesondere für die jüngere Generation sehen wir beim Angebot noch Steigerungsbedarf.
Das Stadtmarketing hat bislang sehr gute Arbeit geleistet. Daneben haben sich die Vereine in den Dörfern in unterschiedlichen Projekten stark gemacht. Nach unseren Vorstellungen lassen sich Kernstadtmanagement und Dorfleben gut aufeinander abstimmen, z. B. terminlich. Wir werden die Kooperation untereinander fördern.

1.7 Sport
In den letzten Jahren hat der Ausbau der Sportstätten nach dem Sportkonzept der Stadt Meschede zu einer Konzentration beim Bau von Kunstrasenplätzen und somit den Fokus auf den Fußball gelegt. Mit Spannung haben wir die Neuauflage des Sportkonzepts erwartet, bei der viele Vereine ihre Ideen und Anregungen mit eingebracht haben. Ziel der Zukunft muss es sein, die Defizite bei der Versorgung mit Sporthallen auszugleichen. Dies kann nur mit der Ausnutzung entsprechender Förderprogramme gelingen. Tura Freienohl und der TuS Jahn Berge haben sich bereits dazu aufgestellt. Für die Kernstadt gilt es den Sportplatz „Schederweg“ als Schulsportplatz für das August-Macke Schulzentrum geeignet herzurichten.
Das Sportkonzept beschreibt lediglich den Istzustand mit vorhandenen Mängeln. Jetzt ist es an uns, Prioritäten aus dem Konzept abzuleiten, um effektiv die hoch gesteckten Ziele realisieren zu können.
Bei der zukünftigen Errichtung und Umgestaltung von Sportstätten werden wir die
Barrierefreiheit und die veränderten Bedingungen des demografischen Wandels
berücksichtigen.
Uns ist besonders wichtig, dass es freizugängliche Sportanlagen (bspw. Bolzplätze) jenseits des Vereinssports möglichst für alle erreichbar gibt.

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2. Gut Wohnen in Meschede

2.1 Bezahlbarer Wohnraum / bezahlbare Wohnraumflächen

Es gibt noch immer großen Bedarf an Wohnraum, der teilweise nicht befriedigt werden kann, diese Problematik hat sich in den letzten Jahren sogar verschärft. Wir wollen uns verstärkt um die kümmern, die sich aus finanziellen Gründen kein Eigenheim nach ihren Wünschen leisten können: Studenten, Senioren, Menschen mit niedrigem Einkommen oder auch Auszubildende in Handwerk und Industrie. Gebraucht werden passende Angebote zur Miete. Mit der Siedlungs- und Baugenossenschaft haben wir einen kompetenten Investor und Betreiber, aber es braucht die passenden Flächen und zukunftsfähige Konzepte. Das ist unser Ansatz.
Wir sind allerdings auch offen für Bauwillige, wie z. B. junge Familien, die hier Arbeit und Heimat finden wollen. Für diese Gruppe gilt es geeignete Flächen kurzfristig zu erschließen. Bei neuen Baugebieten setzen wir neben ökologischer Bauweise auf energiesparende und umweltfreundliche Techniken.
Wohnraum ist auch ein besonderes Thema für das Leben auf dem Dorf. Einerseits möchten sich junge Familien in der Nähe ihrer Familie ansiedeln oder suchen für sich das Dorf für ihre Lebensplanung. Innerhalb der Ortsgrenzen sind erforderliche Flächen eng begrenzt, Erweiterungen stoßen immer wieder auf Widerstand der Landespolitik. Andererseits werden immer mehr Häuser in der Dorfmitte von immer weniger Menschen bewohnt, weil die Kinder weggezogen sind, und die Verbliebenen immer älter werden. Gerade auf dem Dorf sind vielfältige Formen des Zusammenlebens denk- und realisierbar, wie z. B. das Mehrgenerationenwohnen, so dass sich die Nutzung des vorhandenen Wohnraums mit neuen Ideen für wieder mehr Menschen vorstellen lässt. Gute Ideen gibt es jetzt schon, weitere zu entwickeln ist wünschenswert, und es ist unser Ziel im Dialog mit den Dorfbewohnern diese Ideen umzusetzen. Hier bedarf es unserer Ansicht nach, eines aktiven städtischen Ansprechpartners, der Wege aufzeigt und Probleme erkennt und zeitnah löst.
Einen Sonderfall stellt Eversberg dar. Das malerische Bergdorf mit der historischen
Bausubstanz möchte sich gerne verjüngen, möchte attraktiven Wohnraum bieten für
Neuansiedler, und wird doch immer wieder ausgebremst durch den Denkmalschutz, die Gestaltungssatzung und die dafür zuständigen Behörden. Auch hier droht Leerstand durch Überalterung, aber auch weil der Denkmalschutz die Kosten für Instandhaltung oder Modernisierung in die Höhe treibt. Wir werden einen Weg suchen, der Eversberg attraktiv zum dort Leben macht, ohne das historische Ortsbild zu zerstören, aber auch ohne den Zwang, nur in Richtung Denkmalschutz zu denken.

2.2 Energie und Klima
Der Klimawandel, ausgelöst durch die globale Erwärmung, ist nicht mehr zu leugnen. Die Wissenschaft ist sich einig, dass eine Erwärmung um 2 Grad Celsius das globale Klima dauerhaft schädigen würde. Wir können aktiv dazu beitragen, um diese drohende Katastrophe zu verhindern. Die Möglichkeiten sind vielfältig und längst nicht alle sind mit Mehrkosten verbunden.
Energievermeidung steht bei uns an erster Stelle. Durch veränderte Mobilität, z.B. Stärkung des Radverkehrs und öffentlichen Personennahverkehrs, sowie flankierende Maßnahmen für Elektro-Kraftfahrzeuge lässt sich der Immissionsausstoß deutlich verringern.
Darüber hinaus werden wir die Nutzung von Photovoltaik auf privaten und öffentlichen
Gebäuden fördern. Windkraft kommt für uns nur in Frage, wo sie im Einklang mit Bürgern und Natur machbar ist. Bei neuen Baugebieten werden wir die Nutzung ökologischen Baustoffen und regenativen Energien fördern. Wir legen darauf Wert, dass die Stadt Meschede mit gutem Beispiel vorrangeht und fordern daher, dass jede Entscheidung auch unter dem Gesichtspunkt der Klimafreundlichkeit geprüft wird.
Klimafreundliche Forstwirtschaft trägt nachhaltig dazu bei, die Erderwärmung zu
entschleunigen.

2.3 Digitalisierung
Digitalisierung bedeutet weit mehr als nur schnelles Internet.
In den Verwaltungen wird E-Government zum Standard werden. Kommunale Dienstleistungen werden zunehmend auf digitalem Wege angeboten, dies gilt es zu unterstützen.
Konstruktionen im produzierenden Gewerbe werden auch heute schon ausschließlich auf elektronischem Weg geordert. Derzeit werden viele dieser Prozesse so vereinheitlicht, dass aus den Datensätzen der Konstruktion möglichst unmittelbar die Maschinen angesteuert werden können.
Für eine Industrieregion, zu der auch das Sauerland und Meschede gehören, ist es wichtig dieses Niveau weiter zu erhöhen, um fit für die Digitalisierung und Industrie 4.0 zu sein.
Wohnen heißt heute nicht nur nach Feierabend zu Hause zu sein. Zunehmend gewinnt auch das heimische Umfeld als Arbeits- und Bildungsplatz an Bedeutung. Unser Ziel ist es, jeden Haushalt zukünftig optimal digital zu versorgen.

2.4 Kita und Schule
Heutzutage ist es wichtiger denn je, bereits bei den Jüngsten auf entsprechende Förderung zu setzen. Neben dem Lernen bieten bereits Kitas und Kindergärten den grundlegenden Weg in die Integration und Inklusion. Hier bewahrheitet sich der Satz “Was Hänschen lernt, fällt Hans nicht mehr schwer”. Deswegen ist es unsere grundlegende Aufgabe, gemeinsam mit dem Jugendhilfeträger, möglichen Trägern und der Stadt, zukünftigen Bedarf frühzeitig zu erkennen und Lösungen finden. Unser Ziel ist es, eine kostenlose Betreuung zu erreichen.
Die erfreuliche Entwicklung der Schülerzahlen ermöglicht es uns, an vielen verschiedenen Standorten unser hervorragendes Grundschulangebot zu sichern. Nicht immer können wir den Slogan “kurze Beine, kurze Wege” in Gänze erfüllen. Aber mit moderaten Wegen haben sich Grundschulverbünde gebildet, die zukunftsfähig aufgestellt sind. Hier können wir im politischen Dialog an einer noch besseren individuellen Entwicklung und Wissensvermittlung arbeiten, damit auch der Schritt hin zur nächsten Schulform mit Freude am Lernen und Zuversicht gelingt.
Bei den weiterführenden Schulen müssen wir unser Augenmerk auf der einen Seite darauf lenken, mit welchen Fähigkeiten unsere Kinder und Jugendlichen im Schulsystem ankommen und auf der anderen Seite, welches Wissen und welche Qualifikationen die erfolgreiche Ausbildungs- oder Studienplatzsuche bei uns in der drittgrößten Industrieregion Deutschlands, Südwestfalen, erfordert. Nicht erst “Corona” hat uns gezeigt, wie wichtig eine zeitgerechte, digitale Aufstellung unserer Schulen ist. Hier werden wir die zahlreichen Fördermittel gänzlich abschöpfen, um unsere Schulen auf Höhe der Zeit auszustatten.

Neben dem Lernen findet aber auch ein wichtiger Teil des Lebens in der Schule statt. An der Gestaltung dieses Lebensumfeldes werden wir intensiv arbeiten. Kein Schüler hat es verdient, auf sanierungsbedürftige Toiletten zu gehen oder in baufälligen Sporthallen seinen Sportunterricht zu absolvieren. Sauberkeit und Hygiene müssen lebbar sein. Um Probleme frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig den Dialog zwischen Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern und politischen Entscheidungsträgern zu intensivieren.
Bei allen Schulformen sind die Lücken in der Barrierefreiheit zu schließen, um eine Inklusion in allen Schulen zu ermöglichen. Inklusion braucht auch mehr “Raum”, der teilweise auch erst noch geschaffen werden muss.

2.5 Soziale Einrichtungen
Meschede verfügt über eine Vielzahl sozialer Einrichtungen und Dienste, die Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen Beratung und Unterstützung anbieten. Diese soziale Angebotsstruktur gilt es zu stärken und auszubauen. Wir vertrauen auf die unverzichtbare und bewährte Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Selbsthilfegruppen sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist die Aufgabe der Politik und der Verwaltung, die Vernetzung von Bildung, Erziehung, Betreuung, Integration und Gesundheit zu unterstützen und zu stärken.
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Meschede und in den Dörfern werden wir stärker in die Entscheidungsprozesse einbinden. Deshalb werden wir die Idee des Jugendparlaments wieder aufgreifen, für eine repräsentative Besetzung sorgen und die Anregungen, die uns von dort gegeben werden, ernst nehmen. Das neue Jugendparlament soll aktiv an den Rat und den zuständigen Fachausschuss angebunden werden.

2.6 Mobilität
Für Meschede und seine Dörfer soll das Radfahren deutlich attraktiver werden. Einerseits bringt das Radtouristen in die Dörfer, andererseits ist das Rad als Fahrzeug für den Alltag eine echte Alternative zum Auto, weil kostengünstiger, umweltschonender und gesünder. Das gilt aber erst, wenn den Bewohner das Rad in jeden Winkel des Dorfes und in jedes Nachbardorf bringt, und zwar abseits des Kraftverkehrs. Unser Ziel ist es, ein komplettes Radwegenetz über Meschede zu ziehen, natürlich auch in die angrenzenden Dörfer.
Unterwegs mit dem Fahrrad – das ist nicht nur aktiver Klimaschutz. Radfahren ist auch ein gutes Stück Lebensqualität. Für Probleme mit gefährlichen Straßenquerungen in Wehrstapel und Freienohl werden wir Lösungen anstreben. Radfahrer müssen sicher unterwegs sein.
E-Mobilität wird kommen – aber Meschede ist noch nicht ausreichend vorbereitet. Es gibt viele attraktive Standorte für Ladestationen und viele müssen es werden, denn „Tanken“ ist nicht in 3 Minuten erledigt. Zu dem wollen wir einen Anreiz schaffen auf E Autos umzusteigen, durch kostenfreies Parken in der Innenstadt.
Im Dialog mit Bahn, Busunternehmen und dem Bürgerbusverein wollen wir erreichen, dass Menschen ohne Auto möglichst schnell und kostengünstig an ihr gewünschtes Ziel kommen.
An neuen Ideen für Pendel- oder Shuttle-Linien z. B. auf ehrenamtlicher Basis werden wir arbeiten.

2.7 Barrierefreiheit
Es ist bereits viel geschehen in Sachen Barrierefreiheit, vor allem das Offensichtliche:
Blindenstreifen, Rathaus, Bordsteine und ein Lift im Bürgerbus, größtenteils in
Kernstadtbereichen, wo es jeder sieht.
Zukünftig werden wir gemeinsam mit der Behinderteninteressenvertretung (BIV) im gesamten Stadtgebiet eine Bestandsaufnahme machen. Straßen gibt es auch außerhalb der Kernbereiche der Kernstadt, öffentlich zugängliche Gebäude auch mehr als nur das Rathaus. Hier wollen wir ansetzen, denn auch in den Randbereichen und auf den Dörfern gibt es Menschen, die sich mühen müssen, um von A nach B zu kommen. Gute Lebensqualität in Meschede muss für alle Bürger – mit oder ohne Handicap – erreicht werden. Mit der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft wird ein barrierefreies Erreichen aller Bereiche des täglichen Lebens immer wichtiger.

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3. Gut Arbeiten in Meschede

3.1 Attraktive Arbeitsplätze im Gewerbe
Um auch zukünftig am wirtschaftlichen Wachstum teilzuhaben, werden wir mit Augenmaß die Erschließung neuer Gewerbebiete betreiben und bei der Ansiedlung von Unternehmen auf eine ausreichende Wertschöpfung und einem attraktiven Angebot von Arbeitsplätzen achten.
Bei der Erschließung von Gewerbeflächen ist für uns die digitale Anbindung heute genauso wichtig, wie eine gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV, Rad oder dem Auto.
Neben der Bereitstellung von Flächen, ist heute die digitale Leistungsfähigkeit eines Standortes von immenser Bedeutung. Das heißt, Gewerbeflächen müssen heute mit der modernsten Digitalversorgung ausgerüstet sein. Da sich aber auch der Arbeitsplatz in den heimischen vier Wänden immer größerer Beliebtheit erfreut, ist eine flächendeckende “High End” Versorgung zwingend notwendig.
Wenn wir jungen Fachkräften mit und ohne Familie den Standort Meschede schmackhaft machen wollen zum Leben, Wohnen und Arbeiten, dann werden wir auch bezahlbaren Wohnraum, ausreichende Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, gute Betreuungsangebote und Bildungschancen für Kinder und attraktive Arbeitsplätze schaffen müssen.
Darüber hinaus werden wir uns auch dafür einsetzen, dass junge Gründer und Startups in Meschede optimale Voraussetzungen vorfinden. Hierfür wollen wir gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung ein Konzept erarbeiten.

3.2 Attraktive Arbeitsplätze im Handel
In der Mescheder Innenstadt konnten wir in den letzten Jahren durch Umgestaltung des Henne Bereiches, der Fußgängerzone und Aktivierung des „heruM“ eine deutliche Steigerung der Aufenthaltsqualität erziehen. Den Einzelhandel noch stärker auf die Bedürfnisse unserer Bürger ausrichten, sehen wir als Steigerung der Lebensqualität, aber auch als Stärkung des Einzelhandels an. Einheitliche Ladenöffnungszeiten sind wünschenswert, dafür werden wir das Gespräch mit den handelnden Akteuren suchen.

3.3 Attraktive Arbeitsplätze in Gastronomie und Tourismus
Mit einer wunderschönen Mittelgebirgslandschaft, dem Hennesee, dem Ruhrtalradweg und vielen Naturerlebnismöglichkeiten, dazu viele attraktive kleine Dörfer besitzen wir ein enormes touristisches Potenzial, das wir weiterentwickeln und stärker als Marke
kommunizieren werden.
Wenn Tourismus in Meschede in Zukunft eine stärkere Rolle spielen soll, etwa im Hinblick auf Arbeitsplätze, Gewerbesteuer oder Freizeitangebote, dann müssen wir Meschede zu einer Marke machen, so wie Winterberg eine Marke für Wintersport ist. Sportliche Angebote gibt es reichlich in Meschede, ebenso Naturerlebnisse und Ausflugsziele. All das sollte gebündelt unter einer Marke kommuniziert werden, möglichst bundesweit und zu unseren nächsten Nachbarn im Westen. Neue Angebote touristischer Attraktionen sollten aber immer auch im Einklang mit den Freizeitinteressen der eigenen Bevölkerung stehen.

Fazit
Um eine gute Zukunft Meschede sicherzustellen, sind attraktive Arbeitsplätze vor Ort, solide Finanzen der Stadt, die Erweiterung und der Erhalt der Infrastruktur und wirksamer Klimaschutz von enormer Bedeutung. Diese Anforderungen sind systematisch miteinander vernetzt und weisen Wechselwirkungen untereinander auf.

Wir, die SPD Meschede, werden verantwortungsbewusst und zielstrebig mit einem kompetenten und durchsetzungsfähigen Bürgermeister Jürgen Lipke diese Interessen aller Mescheder Bürger vertreten und gemeinsam die Zukunft gestalten. Hierfür haben wir personell ein Team aufgestellt, das alle Altersund Bevölkerungsgruppen in den Blick nimmt.
Unser Ziel ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die wirtschaftliche Entwicklung und Innovation sowie Nachhaltigkeit und Bewährtes miteinander zu verknüpfen und die sich daraus ergebenen Synergien auszuschöpfen und sinnvoll zu nutzen.

Impressum:
SPD Stadtverband Meschede, Max Bunse, Winziger Platz 14, 59872 Meschede
Foto: Jürgen Lipke; Druck privat

 

13. August 2020 – 10:05 Uhr Stadtverband
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