Meschede kann mehr

Zum Interview vom 16.12.2009 mit dem CDU-Abgeordneten Dr. Patrick Sensburg „Vorgänger ist kaum noch ein Thema“ in der WP/WR Meschede

Martin Nonnweiler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heinrichsthal-Wehrstapel

Martin Nonnweiler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heinrichsthal-Wehrstapel

Leserbrief von Martin Nonnweiler

In dem angeführten Interview macht Herr Sensburg folgende Aussage:
„Was mich positiv stimmt: Zurzeit sind im Hochsauerland nur sieben Auszubildende noch ohne Stelle. Das zeigt: Wir sind eine starke Region und die Betriebe leisten, was sie können.“

Diese Aussage versetzt mich in Staunen. In seinem Kinder- und Jugendförderplan 2006-2010 machte das Kreisjugendamt folgende Aussage: „…Neben der Betroffenheit durch die Arbeitslosigkeit der Eltern stellt sich für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die vorhandene Jugendarbeitslosigkeit ebenfalls als Problem dar. Trotz einer Entspannung der allgemeinen Arbeitsmarktsituation ist die Perspektive auf eine Ausbildung mit anschließender Beschäftigung nur unzufriedenstellend gegeben.“

Ende 2006 waren im Hochsauerlandkreis insgesamt 629 (registrierte) Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15-24 Jahren ohne Arbeit. Jugendliche, die an Berufsvorbereitungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit teilnahmen, sind hierbei nicht berücksichtigt.

Wie kommt Herr Sensburg zu der Annahme, die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt habe sich derart verbessert, dass nur noch sieben Jugendliche im Hochsauerland unversorgt sind?

Die Realität sieht anders aus. Allein aus der Klasse 10a der städtischen Realschule Meschede, die mein Sohn besucht, suchen weit mehr als sieben Jugendliche bisher vergeblich für August 2010 eine Lehrstelle. Die Industrie bildet weniger aus, dadurch vermehren sich die Bewerbungen in den mittelständischen Unternehmen. Dadurch bleiben immer mehr jugendliche auf der Strecke und müssen die Zeit bis zum nächstmöglichen Bewerbungstermin überbrücken. Vielleicht sollte Herr Sensburg sich einmal mit den Eltern dieser Heranwachsenden unterhalten.

Weiterhin gibt Herr Sensburg in seinem Interview an, er könne direkt Themen aus dem Sauerland in Berlin in den Vordergrund rücken. Ist er in anderen Themen genau so bewandert, habe ich da meine Zweifel.

17. Dezember 2009 – 13:54 Uhr Ortsverein Heinrichsthal-Wehrstapel
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