Meschede kann mehr

Zur Auflösung der Martin-Luther-Grundschule

Reinhard Schmidt

Reinhard Schmidt

Offener Brief von Reinhard Schmidt, SPD-Fraktionsvorsitzender, an Herrn Pfarrer Homann.

Sehr geehrter Herr Homann!

Ihre Stellungnahme als Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Meschede hat mich – als einfaches Kirchenmitglied – doch sehr betroffen und traurig gestimmt. Lassen Sie es mich vorweg sagen: Ich fühle mich von Ihnen und dem Presbyterium nicht vertreten.
Als Ratsmitglied musste ich die Beschlüsse des Presbyteriums und der Schulkonferenz der Martin-Luther-Grundschule akzeptieren. Es tat mir weh, dass eine anerkannt gute Grundschule, an der mein Sohn gute Erinnerungen hat, aufgelöst wurde.

Was ich aber nicht akzepteren kann, ist Ihre Stellungnahme als Vorsitzender des Presbyteriums. Sie behaupten, die „Zusammenlegung“ der Emhildis-Grundschule und der Martin-Luther-Grundschule „ wird von der Evangelischen Kirchengemeinde keineswegs als Komplott gegen evangelische Interessen angesehen.“ Wer – außer Ihnen – hat je das Wort „Komplott“ in den Mund genommen?

Von Zusammenlegung kann man auch nicht sprechen. Die Martin Luther-Grundschule wird aufgelöst! Im Übrigen: „Komplott“ bedeutet lt. Duden: „Verabredung zu einer gemeinsamen Straftat; Anschlag, Verschwörung.“ Ist Ihnen als evangelischer Pfarrer bewusst, welch eine Wortwahl Sie benutzen?

Des Weitern sprechen Sie davon, dass „ die Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Grundschule in der Vergangenheit und in der Gegenwart gut“ sei. Hier sprechen Sie bewusst die Unwahrheit.

Denn Sie verschweigen einen Brief der Martin-Luther-Grundschule vom 16.10.2006, in dem es u.a. heißt: „Trotzdem erachten Sie uns eines Gespräches nicht für würdig!“ Oder: „Das Presbyterium kann von unserer Schule keine objektive Einschätzung haben, da nie mit uns über unseree Schule gesprochen worden ist. Wir sind sehr enttäuscht, wie Sie mit uns und den evangelischen Eltern umgehen, die ihre Kinder bewusst an unsere Schule schicken.“ Schicken Sie als evangelischer Pfarrer Ihre Kinder eigentlich auch an die evangelische Grundschule?

Herr Hermes hat übrigens Recht, wenn er sagt, dass kein evangelischer Lehrer oder Lehrerin in Meschede mehr Schulleiter oder Schulleiterin werden kann. Das widerspricht unserem Grundgesetz lt. Artikel 3 (3).

Ich frage in dieser ganzen Angelegenheit: Wo ist die Transparenz? Wo ist die demokratische Mitwirkung aller Eltern? Wo ist die kämpferische Einstellung meiner Kirche? Ich sehe nur die Anpassung an die Obrigkeit.

08. November 2006 – 9:00 Uhr Ratsfraktion
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